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WfW-Projekte in Sambia

Seit 2013 unterstützen wir Wasser-und Ausbildungsprojekte in der sambischen Hauptstadt Lusaka. Mehr zu Sambia finden Sie hier.

Projektgrundsätze

Um die städtische Wasserversorgung in armen Stadtgebieten langfristig zu verbessern, legen wir den Schwerpunkt auf die Unterstützung zweier Projekttypen im Wasser- und Abwasserbereich.

  • Stärken verstärken: Verstärkung von laufenden, gut funktionierenden Infrastrukturprojekten für den Trinkwasserzugang.
  • Lücken füllen: Förderung von Berufsausbildung für den Wasser- und Abwassersektor mit Fokus auf den Unterhalt bestehender sowie der Planung und Realisierung neuer Infrastruktur.

Bei der Auswahl unserer Projekte orientieren wir uns an folgenden Richtlinien:

  • Umsetzung: Die Projektleitung liegt bei lokal verankerten Partnerorganisationen.
  • Lokale Akteure und Strukturen stärken und verknüpfen wir zielführend.
  • Die Stärkung von Eigenverantwortung und der Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit dienen uns dabei als Leitgedanken.

Experten des Wasser- und Abwassersektors sowie der Entwicklungszusammenarbeit beraten uns bei der Kooperation mit unseren Partnerorganisationen in Sambia.

1. Infrastrukturprojekte

Mit der Finanzierung von Wasserkiosken, Bohrlöchern und Leitungsnetzen stärken wir die öffentliche Wasserversorgung und schaffen Arbeitsplätze.

Ausgangslage Lusaka:

Sambias Hauptstadt Lusaka hat 2 Millionen Einwohner. Davon leben 60% in „low income areas“ (oder „compounds“). Viele Menschen leben mit weniger als $1.25 pro Tag und somit unter der internationalen Armutsgrenze. Tausende haben immer noch keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser und Ausbildungsmöglichkeiten.

Wasserkiosk-System:

  • Sauberes Wasser: Wasserkioske sind an städtischen Wasserleitungen angeschlossen - das zentral aufbereitete Trinkwasser wird über Leitungen zu den jeweiligen Wasserkiosken gepumpt.
  • 500-1'500 Menschen erhalten durch einen Wasserkiosk Zugang zu einer sicheren Wasserquelle.
  • Betrieb: Eine vom Wasserversorger angestellte Person betreibt den Kiosk. Die Bewohner beziehen das Wasser zu einem subventionierten Preis.
  • Zahlungsunfähige Familien und Einzelpersonen erhalten sogenannte Wasserbons.
  • Finanziell selbsttragendes System: Die generierten Einnahmen gewähren die Wartung der Wasserversorgung und sichern den Angestellten ein regelmässiges Einkommen.

 

Projekt Kanyama 2013/14

  • Kanyama: Mit 300'000 Einwohnern ist Kanyama der grösste Compound der Hauptstadt.
  • Wasserversorgung: Internationale Institutionen, in Kooperation mit dem städtischen Wasserversorger (LWSC) und lokalen Organisationen, haben hier ein Wasserkiosk-System aufgebaut.
  • Wasserzugang: Hausanschlüsse sind weiterhin rar. Daher sind immer noch tausende Menschen auf Wasserkioske für den täglichen Wasserkonsum angewiesen.
  • Erstes WfW-Projekt: In Kanyama haben wir mit unseren Partnerorganisationen (siehe unten) ab Sommer 2013 ein Pilot-Projekt durchgeführt. Fünf WfW-Kioske sind hier seit März 2014 in Betrieb.

Projekt Linda 2015/16

  • Linda: ein kleines, schnellwachsendes Stadtrandgebiet mit rund 30’000 Einwohnern.
  • Wasserversorgung: Die bisherige Wasserversorgung war dem steigenden Bedarf nicht gewachsen. Wasser gab es nur wenige Stunden pro Tag oder gar nicht.
  • Wasserzugang: Viele Bewohner hatten weite Distanzen zu gehen, um überhaupt an Wasser zu kommen oder mussten bei privaten Verkäufern hohe Preise bezahlen.
  • WfW-Projekt: Mit der Finanzierung eines Bohrlochs, 8 Wasserkiosken resp. der Erweiterung des Leitungsnetzes um 4km konnten wir direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser für mehr als 8000 Menschen ermöglichen. Weitere 12'000 erhielten verbesserten Zugang zu Wasser. Die acht Wasserkioske sind seit Februar 2016 in Betrieb.
  • Abschlussbericht:
     Abschlussbericht Linda

Projekt Msisi 2015-2017

  • Msisi: gehört zu den ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebieten Lusakas. Msisi hat rund 80'000 Einwohner.
  • Wasserversorgung: Ein altes Leitungsnetz, das nur einen kleinen Teil der Bewohner versorgte, verlor durch Lecks bis 70% des gespiesenen Wassers.
  • Wasserzugang: Die Mehrheit der Bewohner lebte ohne Zugang zu sicheren öffentlichen Wasserstellen.
  • WfW-Projekt: Mit rund CHF 180'000.- haben wir in Msisi den Bau von 20 Wasserkiosken sowie die Erweiterung des Leitungsnetzes um 4.5km finanziert. Damit ermöglichen wir direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser für über 40'000 Menschen. Gemeinsam mit dem DFID (Department for International Development - GB) ist nun das ganze Gebiet Msisi mit einem funktionierenden und zahlbaren Leitungswassersystem versorgt.
  • Abschlussbericht:
     Abschlussbericht Msisi

Projekt John Laing seit 2016

  • John Laing: In der im südlichen Teil von Lusaka gelegenen peri-urban area wohnen rund 130'000 BewohnerInnen. 
  • Wasserversorgung: Die Mehrheit der Bevölkerung hatte noch nie Zugang zu einem geregelten und sicheren Wasserversorgungssystem. Aufgrund des häufigen Auftretens von wasserbürtigen Krankheiten ist der Bedarf an sauberem Wasser dringend.  
  • WfW-Projekt: In John Laing finanziert WfW die Erweiterung des Wasserversorgungssystems. Projektkomponenten sind unter anderem die Verlegung von rund 10km Leitungsnetzen und der Bau von Wasserkiosken. Gleichzeitig werden Wasserleitungen direkt zu Häusern («Yard connections») gezogen. In den kommenden Jahren wird so sicheren Wasserzugang für rund 65‘000 Menschen geschaffen und dabei den BewohnerInnen der Wasserzugang noch näher an das Haus gebracht. 
2. Berufsbildung

Mit einer lokalen Berufsschule fördern wir Programme mit dem Fokus auf die Ausbildung von Fachkräften für die Wasser- und Abwasserversorgung.

Ausgangslage Lusaka:

In Lusaka herrscht ein strukturelles Defizit an qualifizierten Fachkräften für die lokale Wasserversorgung. Ausbildungsplätze sind teuer und das Lehrangebot rar. Mit den Ausbildungsprogrammen Sanitärinstallateur sowie Wasserversorgung und Betrieb wirkt WfW diesem Problem gezielt entgegen. So wurde bisher über 200 StudentInnen eine Ausbildung im Wassersektor ermöglicht.

 

WfW–Ziele:

  • Neue und bestehende Wasserinfrastruktur soll fachmännisch installiert und unterhalten werden.
  • Verknüpfung von Teilnehmenden mit potentiellen Arbeitgebern und WfW-Infrastrukturprojekten.
  • Teilnehmende erhalten mit der Ausbildung beste Voraussetzungen für eine Anstellung im Wassersektor.

2013-2015: Kanyama Youth Programme Trust (KYPT)

  • Institutionelle Unterstützung der Berufsschule
  • Teilfinanzierung Ausbildungsprogramm für StudentInnen aus armen Gegenden
  • Kursdauer: 8 Monate Ausbildung, 3 Monate Praktikum
  • Staatliches Diplom: Trade 1 (zweithöchstes Level)
  • Pilotprojekt: Von 2013-2015 wurden hier 25 SanitärinstallateurInnen ausgebildet.
  • Im Sommer 2015 wurde das Programm in eine grössere Berufsschule (LVTC, siehe unten) integriert.

"Heute ist das Gestern vorbei" - Die Lebensgeschichte von WfW-Sanitär Luke Mwansa

Lusaka Vocational Training Centre (LVTC)

  • Institutionelle Unterstützung
  • Kursdauer: 2 Jahre
  • Staatliches Diplom: Craft (höchstes Level)
  • Berufsbildung verknüpft mit potentiellen Arbeitgebern und WfW-Infrastrukturprojekten
  • Aktuell (November 2016) sind rund 160 StudentInnen in Ausbildung
Partnerorganisationen vor Ort

Seit 2013 haben wir eine Partnerschaft mit WSUP (Water & Sanitation for the Urban Poor) und der Lusaka Water & Sewerage Company (LWSC), der lokalen Wasser- und Abwassergesellschaft, um innovative Lösungsansätze in den Bereichen Trinkwasserzugang und Abwassermanagement sowie Hygiene zu fördern. Das Ziel der Partnerschaft ist es, die Wasser- und Abwassersituation in armen Stadtgegenden der Sambischen Hauptstadt Lusaka, zu verbessern.

Wasserkiosk-System: 

     Water and Sanitation for the Urban Poor (WSUP)

  • Britische Organisation: Multi-Sektor Partnerschaft
  • Co-Finanzierung, Koordination, Monitoring & Controlling
  • “Stronger service providers, better services for all”

                    

        Lusaka Water and Sewerage Company (LWSC)

  • Staatlich regulierter Wasserversorger
  • Erweiterung des Systems, Bau der Wasserkioske

                

Berufsbildung: 

        Lusaka Vocational Training Centre (LVTC)

  • Lokales Berufsbildungszentrum

 

Ihr Kontakt:
Morris Etter
morris.etter@wasserfuerwasser.ch | 078 672 13 50

WfW-Projekte in Mosambik

Bald ist es soweit: WfW startet 2018 erste Projekte in Mosambik!

Projektbeschrieb

WfW wird ab 2018 Projekte zur Verbesserung der elementaren Sanitärversorgung in den ärmsten Gebieten von Mosambiks Hauptstadt Maputo durchführen.

Als erstes Projekt wird WfW in Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen die Wasser-, Abwasser-, Sanitär- und Hygienesituation (WASH) in einer Primarschule mit über 3000 SchülerInnen und der daran angrenzenden Wohnsiedlung stärken.

Sanitation & Hygiene

Die Verbesserung von Sanitäranlagen und der hygienischen Umstände ist ein elementarer Baustein für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und der Armutsverringerung. 

Ausgangslage

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ungenügende Sanitärvorrichtungen verursachen Krankheiten sowie chronische und akute Unterernährung bei Kindern. Diese Situation hat einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und die Würde der Betroffenen und verringert nicht zuletzt das wirtschaftliche Wachstum des Landes beträchtlich.

  • 50% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.
  • 58% der urbanen Bevölkerung Mosambiks hat keinen Zugang zu einfachsten Sanitäranlagen.
  • 12% verrichten ihr Geschäft sogar im Freien.
  • Die UNO schätzt, dass in Sub-Sahara-Afrika jedes Jahr 443 Millionen Schultage aufgrund wasserbürtiger Krankheiten verloren gehen
  • 40% der Krankheiten werden an Schulen übertragen

Geplante Massnahmen

 Primarschule

  • Die Renovierung und der Ausbau von WC-Anlagen wird die hygienische und gendergerechte Nutzung einer Toilette ermöglichen.
  • Es werden separate Toiletten für Buben und Mädchen eingeführt – die Mädchentoiletten sind abschliessbar und beinhalten Räume für das Waschen und Entfernen von menstrualen Hygieneprodukten.

Wohnsiedlung

  • Diverse Gemeinschaftstoiletten („shared latrines“) werden für die EinwohnerInnen der Siedlung gebaut.
  • Diese Toiletten sind an einen Faultank („septic tank“) angeschlossen, der die hygienische Entsorgung von Fäkalien ermöglicht, was das Risiko von wasserbürtigen Krankheiten beträchtlich verringert.
  • Der Bau diverser kommunalen WC-Anlagen beinhaltet ausserdem die Konstruktion von Duschen, von Regenwassersammlung, Waschstellen für Kleider sowie sichere Trinkwasserzugänge.

Sensibilisierung und Einbindung der SchülerInnen und der Bevölkerung

  • Eine lokale Community-Organisation führt Hygiene- und Sensibilisierungsschulungen an der Schule und mit AnwohnerInnen der Siedlung durch. So wird den SchülerInnen und der Bevölkerung die gesundheitlichen Vorteile von individuellen Hygienemassnahmen und zum adäquaten Gebrauch der neuen Toiletten- & Waschanlagen aufgezeigt.      
  • Die lokale Bevölkerung steuert selbst einen finanziellen Beitrag zum Projekt bei und beteiligt sich bei der Planung.
  • Weitere Projektbestandteile werden momentan ausgearbeitet

Gender Ungleichheit

Eine der am meist betroffenen Gruppen sind Mädchen im Jugendalter. Weniger als ein Drittel der Schulen in Entwicklungsländern bieten geschlechtergetrennte WC Anlagen an. Fehlende Privatsphäre und unhygienische Toilettenräume führen dazu, dass menstruierende Mädchen oftmals dem Unterricht fernbleiben müssen und eventuell ganz aus dem Unterricht ausgeschlossen werden. Dies führt dazu, dass traditionelle Geschlechterstrukturen und Geschlechterungleichheit in den betroffenen Ländern weiter reproduziert werden. Um dem entgegenzuwirken, liegt bei der Umsetzung der Projekte auf diesem Aspekt ein besonderer Fokus. 

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