Seite

wfw

Menu
Falschaussagen über WfW in der NZZ am Sonntag - Richtigstellung der Faktenlage

Der Umgang mit Leitungswasser in der Gastronomie ist ein brisantes Thema. Regelmässig ist die Frage, ob Leitungswasser verrechnet werden soll, Gegenstand öffentlicher Debatten. So auch als in der NZZ am Sonntag vom 1. Juli 2017 ein Gastbeitrag erschien, der die Verrechnung von Leitungswasser in Gastronomiebetrieben pauschal verurteilt. Dabei wirft der Autor unter anderem WASSER FÜR WASSER (WfW) vor, Betrieben zu helfen, aus dem Leitungswasserverkauf Profit zu schlagen und unterstellt den WfW-Partnern, den „Löwenanteil“ des Leitungswasserverkaufs in ihre eigenenTaschen zu stecken – und veröffentlicht dies, ohne WfW vorher kontaktiert zu haben. Es ist gar möglich, dass der Autor WfW mit einer anderen Organisation verwechselt und deshalb aus einer falschen Faktenlage falsche Schlüsse zieht. Unabhängig davon werden WfW und WfW-Partner in dem Artikel unsachgemäss dargestellt und verunglimpft. Deshalb hier eine Richtigstellung:

WfW entstand 2012 vor dem Hintergrund, dass immer mehr Gastrobetriebe Leitungswasser neben Flaschenwasser verkaufen und gleichzeitig noch immer hunderte Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Daraus ging das erste Gastro-Konzept „WfW Classic“ hervor: Gastronomiebetriebe verkaufen neben Markenwasser auch Leitungswasser und spenden die Leitungswassereinnahmen – abzüglich der Mehrwertsteuer – zu 100% für WfW-Projekte in Sambia. „WfW Classic“-Partner verzichten also bewusst auf Profit aus dem Leitungswasserverkauf zugunsten einer Sensibilisierung der Gäste und einer Spende für sicheren Trinkwasserzugang in Sambia. Umso mehr empört die Verdrehung der Tatsachen sowie der unsachliche Affront gegenüber unseren 230 „WfW Classic“-Partnerbetrieben in 18 Kantonen der Schweiz.
Wo wir mit der Meinung des Autors einiggehen, ist, dass es „aus Gründen des Genusses wie auch aus ökologischen Gründen unbedingt zu befürworten [ist], anstelle von oftmals importiertem Mineralwasser den Gästen köstliches lokales Hahnenburger zu offerieren“. WfW hat diesen Ansatz konsequent weitergedacht und daraus das Konzept „WfW Green“ entwickelt. „WfW Green“ ermöglicht Gastronomen zugekauftes Markenwasser ganz aus dem Sortiment zu streichen und ausschliesslich aufbereitetes, gekühltes und auf Wunsch mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser auszuschenken. Logischerweise können „WfW Green“-Partner ihre Einnahmen aus dem Leitungswasserverkauf nicht vollumfänglich spenden, da die Einnahmen mit Markenwasser entfallen. Dies würde wohl kaum ein Gastrobetrieb wirtschaftlich verkraften. Jedoch verpflichten sie sich vertraglich, einen fixen Anteil (in der Regel 10%) der Einnahmen des gesamten Wasserausschanks für WfW-Projekte in Sambia zu spenden. Was bedeutet dies? – Der Gast gewinnt, da die Wasserpreise durchschnittlich günstiger werden. Der Gastronom gewinnt, da Einkauf, Lagerung und Entsorgung von Markenwasser entfallen. Die Umwelt gewinnt, da auf Herstellung, Transport, Recyclings- oder Entsorgungsaufwände von Millionen von Flaschen verzichtet wird. Und letztendlich ermöglicht „WfW Green“ zehntausenden Menschen Zugang zu sicherem Trinkwasser und somit ein würdevolleres Leben.
Unabhängig davon, ob von „WfW Classic“- oder „WfW Green“-Partnern: WfW verwendet die erhaltenen Spenden aus der Gastronomie zu 100% für die Projektarbeit in Sambia. So ermöglicht WfW seit 2013 in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen 50'000 Menschen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und über 200 StudentInnen eine Berufsbildung im Wassersektor. Die Projektarbeit Schweiz, insbesondere Projekte zur Förderung des Leitungswassers und der Sensibilisierung, sowie administrative Aufwände finanziert WfW durch Gönner-, Stiftungs- und Corporate Responsibility-Beiträge sowie Partnerschaften mit öffentlichen Institutionen.
Abschliessend gilt es zu erwähnen, dass WfW in keiner Weise mit dem im Artikel erwähnten Hilfswerk Helvetas in Berührung steht.
Wir hoffen, in der kommenden Ausgabe der NZZ am Sonntag an gleicher Stelle die Möglichkeit einer Gegendarstellung zu erhalten und haben uns diesbezüglich bereits mit der Redaktion in Verbindung gesetzt.
Wir bedanken uns herzlich bei allen 400 Gastro- und Büro-Partnerbetrieben, deren Gästen und Mitarbeitenden sowie allen WfW FreundInnen, die uns täglich unterstützen und so ein starkes Zeichen der Solidarität und des ökologischen Konsums setzen.

Euer WfW-Team

 

 

 

Mittwoch, 5 Juli, 2017 - 17:30
 
Website by Rhizomorphic 2012-2017